Chaos nach Migrantenansturm! Menschen ohne Essen und Wasser, dramatische Lage in Ceuta

Auf den Straßen von Ceuta, dem Ort, an dem am Donnerstag die größte jemals an den Grenzen Europas verzeichnete Migrationswelle stattfand, war der gestrige Tag durch die Wiederherstellung der Ordnung mit starken Sicherheitsmaßnahmen, die massive Verlegung der spanischen Armee und die Rückführung von Tausenden von Migranten nach Marokko gekennzeichnet, berichtet die „Corriere Della Sera“.
Entlang der Küstenlinie von El Tarajal gelang es in nur zwei Tagen mehr als 50.000 Menschen aus Marokko, in dieses spanische Territorium in Nordafrika einzudringen. Es handelt sich um eine außergewöhnliche Zahl, die etwa 70 % der Bevölkerung der gesamten autonomen Stadt Ceuta repräsentiert.
Daten der spanischen Polizei zeigten, dass die Abreisen aus Ceuta mit einer Geschwindigkeit von etwa 150 Personen pro Minute stattfanden. Dennoch betonen die Behörden, dass der Notfall historische Ausmaße hat.
Der spanische Premierminister Pedro Sánchez besuchte persönlich Ceuta, um den Schutz der territorialen Integrität des Landes zu bekräftigen. In seiner Rede verurteilte er scharf die Grenzverletzung und beschuldigte Menschenhändler, die junge Menschen täuschen und bewusst in den Tod treiben.
Der Ursprung dieser ungewöhnlichen Migrationswelle bleibt unklar und ist mit vielen Fragezeichen verbunden. Viele der jungen Menschen, die es schafften, die Grenze zu überschreiten, berichten, dass es die marokkanischen Behörden selbst waren, die sie ermutigten, den Weg nach Ceuta fortzusetzen. Zeugenaussagen, die von der „The New York Times“ gesammelt wurden, zeigen, dass die marokkanischen Polizisten, sobald sich die Migranten der Grenze näherten, sie nicht nur nicht aufhielten, sondern ihnen auch die Richtung wiesen, die sie einschlagen sollten.
Die Bilanz dieser Situation ist tragisch. Bisher wurden mindestens 57 leblose Körper aus dem Meer geborgen. Die meisten Opfer kamen ums Leben, als sie versuchten, die Schutzmauer von El Tarajal schwimmend zu überwinden.
Für diejenigen, die es schafften, nach Ceuta zu gelangen, erwies sich die Realität als viel härter, als sie gedacht hatten. Die Stadt sah sich sofort mit einer schweren humanitären Krise konfrontiert. Tausende von Migranten, darunter auch viele unbegleitete Minderjährige, blieben ohne Unterkunft und waren gezwungen, auf Gehwegen, in öffentlichen Parks und auf den Hügeln rund um die Stadt zu schlafen, ohne Nahrung und Wasser. Der Bürgermeister von Ceuta, Juan Jesús Vivas, bezeichnete die Situation als untragbar.


