Deutschland billigt Plan zur Aufstockung der Truppen, Europa stärkt Verteidigung gegen Russland

Der Deutsche Bundestag hat am Freitag ein Gesetz verabschiedet, das darauf abzielt, die militärische Rekrutierung zu erhöhen und die Kapazitäten des Landes zu stärken, während die Spannungen mit Russland die Rufe nach mehr Unabhängigkeit von der amerikanischen Verteidigung verstärken.
Das Gesetz wurde mit 323 Ja-Stimmen, 272 Nein-Stimmen und einer Enthaltung verabschiedet und sieht vor, die deutschen Streitkräfte bis 2035 auf etwa 260.000 Soldaten plus 200.000 Reservisten zu erhöhen. Das Gesetz sieht keine obligatorische Wehrpflicht vor, fördert jedoch den freiwilligen Dienst mit einem Anfangsgehalt von 2.600 Euro pro Monat, was einer Erhöhung von 450 Euro gegenüber dem aktuellen Niveau entspricht.
Wenn die Quoten nicht erreicht werden, kann die Regierung die "Bedarfswehrpflicht", eine bedarfsorientierte Rekrutierung, nach einer erneuten Abstimmung im Parlament nutzen. Laut der Reform werden alle 18-Jährigen einen Fragebogen zu ihrem Interesse am Militärdienst erhalten, während ab Juli 2027 auch Männer obligatorischen militärischen Prüfungen unterzogen werden.
Mit dieser Reform hat sich Deutschland anderen europäischen Ländern angeschlossen, die den Militärdienst nach der Invasion der Ukraine durch Russland ausweiten oder wieder einführen, darunter Dänemark, Lettland und Frankreich. Seit der Aussetzung der Wehrpflicht im Jahr 2011 ist die deutsche Armee unterfinanziert geblieben, aber die Reform zielt darauf ab, die europäische Verteidigung in einer Zeit neuer geopolitischer Herausforderungen zu stärken.


