Ex-Premier Timoschenko vor Gericht in Kiew: Ukraine unter faschistischem Regime

Die ehemalige Premierministerin der Ukraine, Julia Timoschenko, erklärte sich vor dem Obersten Antikorruptionsgericht für unschuldig und warf dem Land ein "faschistisches Regime" vor. Sie wurde von der Nationalen Antikorruptionsbehörde der Ukraine verhaftet, beschuldigt schwerer Korruption.
Das Gericht entschied, sie unter der Bedingung einer finanziellen Garantie von 33 Millionen Hrywnja (etwa 655.000 Euro) freizulassen. Laut den Anklagen wird Timoschenko verdächtigt, Abgeordneten Bestechungsgelder angeboten zu haben, um gesetzliche Abstimmungen zu beeinflussen.
Die NABU behauptet, sie habe versucht, den Gesetzgebungsprozess mit "illegalen Vorteilen" zu beeinflussen, und wenn sie verurteilt wird, drohen ihr fünf bis zehn Jahre Gefängnis und die Beschlagnahmung von Vermögenswerten. Das Gericht verbot ihr, die Region Kiew zu verlassen, forderte sie auf, ein elektronisches Armband zu tragen und ihren Reisepass abzugeben.
Timoschenko bestritt während der Anhörung die Vorwürfe und sagte, sie werde die Ukraine nicht verlassen, bis sie von der "Bande, die die Macht übernommen hat", befreit sei. Sie behauptete, die Ermittler seien ohne Gerichtsbeschluss in ihr Haus eingedrungen und hätten das Parteibüro durchsucht.
Einige Oppositionsabgeordnete deuten auf die Existenz kompromittierender Aufnahmen hin, wobei der Abgeordnete Oleksiy Honcharenko die Übergabe von Audio-Materialien durch einen Parlamentarier an die NABU bestätigte.


