Haftbefehl: Belgien beschuldigt Avramopoulos (Grieche) in Qatargate der Korruption

Die belgischen Behörden haben einen internationalen Haftbefehl gegen den ehemaligen griechischen EU-Kommissar Dimitris Avramopoulos erlassen, als Teil der laufenden Ermittlungen zum Korruptionsskandal, der als "Qatargate" bekannt ist.
Avramopoulos, der von 2014 bis 2019 als Kommissar für Migration, Inneres und Bürgerschaft diente, wird Korruption, Geldwäsche und Beteiligung an einer kriminellen Organisation vorgeworfen.
Die Ermittlungen konzentrieren sich auf seine Beteiligung an der Nichtregierungsorganisation "Fight Impunity", die von Pier Antonio Panzeri, der Schlüsselfigur des Skandals, gegründet wurde. Avramopoulos war Mitglied des Vorstands dieser Organisation.
Avramopoulos hat zuvor zugegeben, eine Entschädigung von etwa 60.000 Euro von der NGO für einen Zeitraum von einem Jahr erhalten zu haben, hat jedoch darauf bestanden, dass alles legal und regelmäßig in der EU deklariert wurde.
Derzeit Abgeordneter im griechischen Parlament aus den Reihen der Neuen Demokratie, hat Avramopoulos die Vorwürfe kategorisch zurückgewiesen und sie als unbegründet und politisch motiviert bezeichnet, um seine Karriere zu schädigen.
Der 73-Jährige hatte in der Vergangenheit auch das Amt des griechischen Außenministers inne, und der von den belgischen Behörden erlassene Haftbefehl wird als einer der stärksten Schläge für den 'Qatargate'-Skandal angesehen. Der Skandal steht im Zusammenhang mit zweifelhaften Geldlobbying-Aktivitäten Katars im Europäischen Parlament und der Europäischen Kommission, um Vorteile im Handels- und Diplomatiebereich zu erlangen.


