Lawine tötet Rekord-Alpinistin Purja – eine von 10 Opfern in Pakistan

Der bekannte nepalesische Bergsteiger Nirmal Purja, der Geschichte schrieb, indem er alle 14 Gipfel über 8.000 Meter in nur 190 Tagen bestieg, ist bei einer Lawine am Broad Peak in Pakistan ums Leben gekommen.
Zusammen mit ihm starben neun weitere Mitglieder der Expedition, in einer der schwersten Tragödien des modernen Alpinismus.
Die Lawine traf das Team am 30. Juli, während die Bergsteiger vom Lager 2 zum Lager 3 auf einer Höhe von etwa 6.600 Metern aufstiegen. Die Such- und Rettungsaktionen begannen einen Tag später, aber die schwierigen Wetterbedingungen behinderten das Eingreifen.
Zunächst wurden die Leichen von Pur Bahadur Gurung aus Nepal, Nadhira Al Harthy, der ersten Frau aus Oman, die den Everest bestiegen hatte, sowie der amerikanischen Bergsteigerin Sarah Mallory gefunden. Später, nach Wiederaufnahme der Suche, wurde auch der Tod von Nirmal Purja und sieben weiteren vermissten Bergsteigern bestätigt.
Die Nachricht wurde von der Agentur Elite Exped, geleitet von Purja selbst, bestätigt, die in einer öffentlichen Reaktion ihn als „einen der größten Bergsteiger der Geschichte“ und einen Anführer bezeichnete, der Millionen Menschen mit seinem Mut und seiner Entschlossenheit inspirierte.
Der Tod von Purja und den neun Expeditionsmitgliedern gilt als eine der größten Katastrophen in der Geschichte der Besteigungen der Achttausender, zusätzlich zu den bekannten Tragödien am Everest, K2, Manaslu und Nanga Parbat.
Purja war nach Pakistan gereist, um den Gasherbrum II zu besteigen, entschied sich dann jedoch, auch den Broad Peak zu versuchen, mit dem Ziel, die erste Person zu werden, die alle 14 Gipfel über 8.000 Meter zweimal ohne zusätzlichen Sauerstoff besteigt.
Nur wenige Tage vor der Tragödie hatte er in den sozialen Medien geschrieben: „Ich nehme keinen Berg als selbstverständlich hin. Ab dem Moment, in dem ich das Basislager verlasse, bin ich zu 100 % fokussiert.“
Nirmal Purja wurde 2019 mit dem Projekt „Project Possible“ berühmt, als er die 14 höchsten Gipfel der Welt in nur 190 Tagen bestieg, ein Rekord, der auch in der Netflix-Dokumentation „14 Peaks: Nothing Is Impossible“ festgehalten wurde. Der ehemalige Soldat der britischen Spezialeinheiten galt als eine der größten Persönlichkeiten des zeitgenössischen Alpinismus.


