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Türkei, Israels letzter Feind / Netanjahus 'Hebel' für die nahenden Wahlen

Veröffentlicht am 25.08.2026 - 12:342 Min.
Türkei, Israels letzter Feind / Netanjahus 'Hebel' für die nahenden Wahlen
© Agence France-Presse (AFP)

Ein riesiges Banner auf der Hauptautobahn von Tel Aviv rückt die Türkei direkt ins Zentrum der Wahlkampagne von Premierminister Benjamin Netanyahu. Das Bild zeigt ihren Präsidenten, Recep Tayyip Erdogan, zusammen mit den Führern des Iran, der Hisbollah und dem Bürgermeister von New York City als Gegner Israels unter dem Slogan: "Sie wollen, dass Netanyahu verliert. Lassen Sie sie nicht gewinnen."

Nur wenige Tage später wurde die Türkei auch zum Zentrum der jüngsten militärischen Konfrontation Israels. Israelische Kampfflugzeuge trafen den Luftwaffenstützpunkt Abu al-Dahar im Norden Syriens und zielten auf das, was Beamte als eine sich entwickelnde türkische Militärpräsenz bezeichneten, die Israel als bedeutende Bedrohung ansah. Doch mit den Wahlen in etwas mehr als zwei Monaten hat das Timing des Angriffs zusammen mit Netanyahus Wahlkampfbotschaften eine Debatte in Israel und im Ausland ausgelöst: Verhindert Netanyahu eine echte strategische Bedrohung oder verstärkt er sie, um seine Unterstützung an den Wahlurnen zu erhöhen?

Während des größten Teils seiner politischen Karriere hat sich Netanyahu als der richtige Mann dargestellt, um jeder Bedrohung zu begegnen, die Israel droht. Er ist auch ein erfahrener Politiker mit einer langen Geschichte darin, Krisen zu seinem Vorteil zu nutzen. Offiziell hat Israel den Angriff in Syrien als eine reine operative Notwendigkeit dargestellt: Sowohl Netanyahu als auch sein Verteidigungsminister Israel Katz haben gesagt, dass israelische Geheimdienste darauf hinwiesen, dass die Türkei sich darauf vorbereitete, Truppen und Ausrüstung auf dem Luftwaffenstützpunkt zu stationieren. Doch die Türkei, die USA und einige von Netanyahus innenpolitischen Rivalen wiesen auf das zeitliche Element hin. Die Türkei wies die israelische Version als "unbegründet" zurück und beschuldigte Netanyahu, "expansionistische und destabilisierende Politiken in der Region" vor den Oktoberwahlen zu verfolgen.

Netanyahu und Erdogan sind seit langem aneinandergeraten, und die öffentliche Rhetorik hat sich während der Kriege in Gaza, Libanon und Iran dramatisch verschärft. Erdogan hat Netanyahu als Kriegsverbrecher bezeichnet und Israel der Gräueltaten in Gaza beschuldigt; Netanyahu hat Erdogan beschuldigt, die Hamas zu unterstützen.