Finnland baut 200 Kilometer langen Zaun an der Grenze zu Russland: Angst vor Angriff

Finnland hat am Montag einen etwa 200 Kilometer langen Zaun entlang der Grenze zu Russland eingeweiht, zu einer Zeit, in der die Beziehungen zwischen den beiden Ländern weiterhin angespannt bleiben. Helsinki schloss die Grenze zu Russland im Dezember 2023, nachdem über 1.300 Migranten ohne Visa die finnische Grenze erreichten. Die finnische Innenministerin Marie Rantanen sagte, dass die Situation derzeit ruhig, aber angespannt sei und dass das Land auf mögliche Veränderungen vorbereitet sein müsse. „Heute ist die Situation ruhig, aber angespannt, und wir wissen wirklich nicht, was uns morgen erwartet. Dennoch können sich die Dinge sehr schnell ändern, daher müssen wir vollständig vorbereitet sein“, erklärte Rantanen. Im Jahr 2023 beschuldigte Finnland Russland, einen „hybriden Krieg“ zu führen, indem es die Ankunft von Staatsangehörigen aus Drittländern an der finnischen Grenze erleichterte. Der Kreml wies diese Anschuldigungen zurück. Laut Ministerin Rantanen ist der Zaun Teil des Grenzsicherheitssystems und wird helfen, das Gebiet zu überwachen, während er im Bedarfsfall auch die Verhinderung illegaler Einreisen in das finnische Territorium ermöglichen wird. Der Bau des Zauns erfolgt auch im Rahmen der Änderung der finnischen Sicherheitspolitik, die 2023 Jahrzehnte der militärischen Neutralität beendete, indem Finnland Mitglied der NATO wurde.
Ähnliche Maßnahmen wurden auch von Lettland, Litauen und Polen entlang der Grenzen zu Belarus ergriffen, während Estland die Barrieren an der Grenze zu Russland verstärkt hat, mit dem Ziel, die Migrationsströme zu kontrollieren und die Grenzsicherheit zu erhöhen.


